Re: BKK Hochrhein wer kommt dafür auf? (Gesetzliche Krankenkassen)

Sven, (vor 6862 Tagen) @ Ilgen Bischfach

Auf deine Frage gibt es z. Zt. keine Antwort.
(Evtl. gibt es hier ein paar Insider und können mehr sagen?)

Rheinfelden , 15.07.07
Nur gucken, nicht anfassen
Die BKKs müssen das 60-Millionen-Loch der BKK Hochrhein-Wiesental stopfen.
Verhindern durften sie das Fiasko nicht


Es war einmal eine kleine Krankenkasse aus dem Dreiländereck, die zeigte es den Großen ihrer Zunft.
Die Beiträge so niedrig wie sonst fast nirgends im Land.
Das ließ die Zahl der Versicherten von 9000 im Jahr 1997
auf 120000 in 2007 steigen. Der Name der Kasse: BKK Hochrhein-Wiesental.
Doch das Märchen ist vorbei. In diesen Tagen wird klar, wie
die Kasse die niedrigen Beiträge finanziert hat.
Von 2000 bis 2006 hat sie dem Risikostrukturausgleich der Krankenkassen und der Pflegeversicherung mit
Fehlbuchungen 60 Millionen Euro vorenthalten.

Eine Prüfungskommission des Landesministeriums für Arbeit und Soziales ermittelt, Vorstand Karl-Heinz Hartmann und sein Stellvertreter Sven Mau sind suspendiert.
Der Abschlussbericht der Kommission wird wohl noch einige Wochen auf sich warten lassen.
Wer die Zeche zahlt, ist jetzt schon klar: die anderen Betriebskrankenkassen – ob bundesweit oder nur die baden-württembergischen steht noch nicht fest.
Das ist ärgerlich. Denn: Der Landesverband der BKKs muss zahlen, kontrollieren durfte er die BKK aber nicht.
Sprecher Carlos Philipp: „Der Verband hat kein originäres Prüfungsrecht. Das steht nur dem Ministerium zu.“
Haftung ja, Kontrolle nein. Der Verband ist auf die Prüfungskomission des Ministeriums angewiesen.
Diese prüft Krankenkassen wie die BKK Hochrhein alle
fünf Jahre. Das letzte Mal war das 2002. Damals sei nichts gefunden worden, so Susanne Huber, Pressesprecherin des Ministeriums. Erst ein Gerichtsverfahren gegen den Finanzbuchhalter der Krankenkasse, der 1,1 Millionen Euro veruntreut hatte, lässt die Prüfer im Januar aufhorchen.
Nach dem Fiasko sind die Beteiligten nun auf der Suche
nach einem Fusionspartner für BKK. Laut Philipp gebe es
bereits Interessenten. Wie das Millionenloch finanziert wird,
ist aber noch unklar. Philipp schließt Beitragserhöhungen
jedenfalls nicht aus. Falls eine
Fusion jedoch scheitert, ist die BKK in jedem Fall pleite.
Quelle: http://www.econo-online.de/html/aktuell/aktuell_u.html?&artikel=738&m=24


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