Re: Nicht Krankenversichert ! Und jetzt? (Sonstige Themen)
Ich habe aber dennoch kein Mitleid mit Ihnen, weil ich es einfach grundfalsch finde sich als seinerzeitiger DDR-Bürger immer auf die wirtschaftliche, politische oder auch soziale Unkenntnis zu berufen. Somit wird dem Altbundesbürger noch der Eindruck vermittelt, daß im Osten wohl alle auf der Wurstsuppe geschwommen sein müßten. Manfred, es gab in der DDR wenn auch in wesentlich geringerer Zahl dennoch Steuerberater und Freie Rechtsanwälte und wer denen nicht glauben wollte aber auch nicht im Schwarzen Kanal mit geschwommen ist für fast 97% des Landes den freien und unlimitierten Zugang zu westlichen Medien wie ARD und ZDF um sich rundherum und allseitig zu informieren. Viele sind heute sogar der Auffassung, daß Karl-Eduard zumindestens mit seinen Informationen über die sozialen Verhältnisse in der Bundesrepublik gar nicht so falsch gelegen hat.
Der Selbstständige Ost hatte den pauschalen Sozialversicherunghöchstbeitrag von vierteljährlich 376,20 Mark zu zahlen und genoß kombiniert mit einer Freiwilligen Zusatzrente (FZR) somit ein Rundumabsicherung.
Es gab über die Staatliche Versicherung sogar einen Tarif Krankentagegeld für den Selbstständigen mit Leistungsbeginn ab 1.Tag. Und in 1990 griff noch das SVG und gemäß dessen §20 konnte sich der Selbstständige Ost sogar von der Versicherungspflicht in der BfA komplett und zeitlebens befreien lassen. Er ist auch heute noch für die Aufbringung von Beiträgen in dieser Pflichtversicherung auch in jeder! Angestelltentätigkeit wie geschrieben zeitlebens befreit. Ein eindeutiger Vorteil, denn er konnte Private Rentenversicherungen abschließen und nach nunmehr fast 20 Jahren Einzahlung einen ausreichenden Ertrag erwirtschaften. Die Mähr vom "OssiüberdenTischziehen" ist größtenteils ebenso falsch, denn die meisten Privaten Versicherer akzeptierten mit Geschäftsbeginn am 2.Juli 1990 nur einen Höchstbeitrag von monatlich maximal 50 DM. Wenn einer mehr einzahlen konnte / wollte, so hatte er als Zeichen seiner Bonität / Wirtschaftskraft einen Jahresbeitrag im voraus zu begleichen.
So war die Geschichte und mit Geschäftsbeginn der PKV in den Neuen Ländern am 01.01.1991 waren die seinerzeitigen DDR-Bürger alle noch über die Sozialversicherung (SVK) versichert, viele Selbstständige sogar seit Einführung der DM auch ganz ohne Beiträge gezahlt zu haben.
Die Berliner AOK verlangte mir persönlich in 1991 ganze 160,00 DM ab, die PKV im M-Topschutz kostete mich seinerzeit 288,20 DM. AOK heute 630€ und 360€ die PKV, der ich vertraue.
Wo liegt da das Problem? Ich sage es Dir, es ist offensichtlich einfach Uninformiertsein von damals bis heute und das war in der DDR vielleicht nur mit einigen Nachteilen behaftet, heute ist es lebensnotwendig auf Kennung zu sein und den Arzt, den Anwalt, den Steuerberater aber auch den Versicherungsverteter des Vertrauens zu besitzen. Freue mich auf Deine Antwort und wünsche wie auch immer viel Gesundheit und Schaffenskraft.